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Monatstext Dezember 2022, Pfarrerin Isabelle Knobel

Monatstext Dezember 2022, Pfarrerin Isabelle Knobel

Von Feuer, Licht und offenen Herzen


Er ruht sich aus, die Hitze macht ihn müde. In seiner Nähe weiden die Schafe, die unter seiner Obhut stehen. Doch plötzlich erschreckt er und ist hellwach: Denn vor ihm geht ein Dornbusch in lodernde Flammen auf. Was aber Moses wirklich staunen lässt: Der Busch verbrennt im Feuer nicht, er bleibt heil. In der Bibel finden sich  viele Bilder von Licht und Feuer als Zeichen dafür, wie Gott unsere Welt und unser Inneres erleuchtet. Moses begegnet Gott das erste Mal in einem brennenden Busch. Er spricht zu ihm aus den Flammen und sagt ihm, dass er die Hilferufe seines Volkes gehört hat und dass er Israel befreien werde. Ein Zeichen der Hoffnung. Ein weiteres wunderbares Bild findet sich in Psalm 36, wo steht: «Bei dir, Gott, ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht schauen wir das Licht.» Gottes Licht – das ist Leben, Erkenntnis, Kraft.
   Und im Neuen Testament? Hier wird Christus zum Licht für alle Menschen. So spricht Jesus im  Johannesevangelium auch: «Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben». Christus als Lebenslicht erleuchtet uns den Weg. Er hat gezeigt, wie wir gemeinsam durchs Leben gehen, wie wir Liebe, Frieden und Gemeinschaft als Wegweiser nehmen können. An Weihnachten feiern wir, dass dieses Licht in unsere Welt gekommen ist.
   Licht, Wärme, Leben und Hoffnung: Darin können wir Gott erkennen. Die Nächte werden länger, die Dunkelheit nimmt zu. Doch auch die Adventszeit naht, die uns an das Licht und die Hoffnung, die Gott uns gibt, erinnert. Lasst uns gemeinsam nach dem Licht in dieser Welt Ausschau halten und lasst uns gegenseitig ein Licht sein. Wir können einander ein Licht sein, indem wir unsere Herzen öffnen. Indem wir einander helfen, einander zuhören, liebe Worte teilen und vor allem: uns aufeinander wirklich einlassen, können wir Gottes Licht vermehren. Wir können uns gegenseitig innerlich zum Strahlen bringen. Wie schön, wenn wir auf diese Weise mehr Licht in die Adventszeit bringen.
   Es gibt Momente, in denen uns die Dunkelheit umfasst, in denen die Trauer unendlich, die Situation hoffnungslos scheint und in denen die Verzweiflung überwiegt. In diesen Momenten dürfen wir Kraft ziehen aus der grossen Hoffnung unseres Glaubens, dass die Liebe und das Licht immer stärker sein werden:


«Denn das Licht strahlt in der Finsternis,
und die Finsternis hat es nicht erfasst»

(Joh 1,5).


Isabelle Knobel, Pfarrer

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