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Monatstext November 2020

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Wo bisch?! Was isch?

Die beiden Schwestern des Lazarus (aus Johannes 11):
32 Maria sprach zu ihm: Herr, wärst du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben.

"Wärest du hier gewesen..." - Wer kennt ihn nicht, diesen Satz?! In tausend Abwandlungen ist er zu hören. Als Vorwurf, als bittere Feststellung, als Selbstanklage. Und unmittelbar in der Nähe des Todes, des Sterbens, klingt er wie ein Schrei gegen das übermächtige Schicksal. Wer kann ihn zum Schweigen bringen, einem aufgewühl-ten Herzen Ruhe geben?
21 Marta sagte: Herr, wärst du hier gewesen, so wäre mein Bruder nicht gestorben.
"Wärest du hier gewesen..." - Da schwingt aber auch der Ton grossen Vertrauens mit. Es ist in allem nicht zu überhören: Die Schwestern damals, die Hinterbliebenen heute: Hinterlassene, allein gelassen, ohne Hilfe, scheint es uns, empfinden wir. Dagegen steht ein Name, jener des Verstorbenen damals: Lazarus = Gott hilft. Maria (deutsch: u.a. die Verbitterte) spricht nicht nur für sich. Sie spricht zugleich auch für uns. Wie schwer lastet das Gefühl des Alleingelassen seins oft auf denen, die an einem Sarg, einem Grab stehen müssen! Doch der Schrei bekommt Antwort: "Dein Bruder wird auferstehen."
Es ist unser Glaube: die Verstorbenen werden auferstehen. Doch: Tröstet uns das? Oft: Nein.
Martha will wissen. Sie will es wissen: Was ist jetzt? Jetzt! Martha (deutsch: die Herrin), diese ebenso selbstbewusste und realistisch denkende wie auch von der Wirklichkeit des Todes erschreckte Frau, ist nicht an Jenseitsvorstellungen interessiert. Sie möchte hören, was ihr jetzt Halt und Kraft gibt, wo die Schatten des Todes sich über ihr geballt haben. Ebenso wie wir! Was hat Auferstehung damit zu tun? fragt sie. Wie wir. Jesus antwortet ihr: Ich bin da, "...alle Tage bis an der Welt Ende." Also jetzt. "Ich bin die Auferstehung und das Leben!" ...wer sich an ihn/ihm hält, wird leben, auch wenn er stirbt.
Da halten wir den Atem an. Eine steile Ansage: Das Leben steht vor uns, leibhaftig. Jesus sagt es uns zu, das wirkliche, das echte, das Ewige Leben, aller Zeit und Be-rechnung enthoben, nicht eingespannt zwischen Vergangenheit und Zukunft, wo kein Augenblick verweilt. Es ist nicht das nach kindischer Sicht immer fortdauernde, son-dern das Ewige Leben aus dem ewigen Grund und Ursprung. GOTT.
Überwältigt kann Martha nur antworten: Ich glaube. Mit dir ist das Leben aus Gott in die Welt gekommen, und du nimmst mich hinein in den Strom dieses göttlichen Lebens. Du bestimmst die Richtung meines Lebens, neu! Nicht mehr vom Leben in den Tod, sondern durch den, aus dem Tod zum Leben! Wir sterben nicht auf ein Ende, sondern auf ein Ziel hin. Noch sind wir unterwegs - als Trauernde, Verletzte, Verlassene. Unterwegs, aber unter dem Wort Jesu und angesteckt durch das Vertrauen Marthas. Unterwegs zu einem Grab, vielleicht, an dem wir weinen und klagen werden. Aber:
23 Jesus sagt zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.
Martha hat es als erste gehört und mit ihrem Bekenntnis beantwortet.
27 Sie spricht zu ihm: Ja, Herr, ich glaube - dass du der Christus bist, Gottes Sohn.
Wer sich an IHN hält, wird nicht im Dunkeln (hocken) bleiben.

Klaus Stoller vdm

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