News Walkringen

Unbenanntes Dokument

Monatstext Februar 2024 von Pfarrerin Silke Mattner

Guten Morgen, liebe Sorgen?

Kennt ihr noch dieses Lied?
„Guten Morgen, liebe Sorgen, seid ihr auch schon alle da; hat ihr auch so gut geschlafen, na dann ist ja alles klar.“ 
Dieses Lied beschreibt einen Tag, an dem alles schief geht – vom fehlenden WC-Papier am Morgen bis hin zu wirklich schlimmen Dingen wie der Tatsache, dass den Sänger seine Frau verlassen hat und er sich nach einem tödlichen Unfall bei den Engeln wiederfindet. Also kein wirklich lustiges Lied – aber es greift doch ein Thema auf, was den meisten von uns wohlvertraut ist.
Was bedeutet der Begriff „Sorge“ eigentlich?
Einmal ist kummervolles Besorgtsein mit dem Begriff Sorge umschrieben. 
Es meint aber auch das liebevolle Kümmern, den fürsorgenden Aspekt der Sorge.
Über das Sorgen-Machen schweigt auch die Bibel nicht. 
Wir lesen in Matthäus 6:
Seid nicht besorgt für euer Leben,...
Sehet hin auf die Vögel des Himmels: sie säen nicht und ernten nicht und sammeln nicht in Scheunen, und euer himmlischer Vater ernähret sie. 
So seid nun nicht besorgt...: Was sollen wir essen? Oder: Was sollen wir trinken? Oder: Was sollen wir anziehen?
Trachtet aber zuerst nach dem Königreich (der Himmel) und nach seiner Gerechtigkeit, und dies alles wird euch hinzugefügt werden. 
So seid nun nicht besorgt um den morgenden Tag, .... Ein jeder Tag hat an seiner eignen Plage genug.
Welch gewaltige Worte! Glauben - im Sinne von auf Gott vertrauen - und sich Sorgen machen, das scheint nicht zusammen zu passen.
Das finde ich sehr herausfordernd, denn normalerweise reagiere ich oft ganz natürlich mit Sorgen – und muss mir bewusst vornehmen, mich nicht zu sorgen; von alleine passiert das, leider, selten.
Warum ist das Sich-nicht-Sorgen so schwierig? 
Es hängt auch mit der Vermischung der Bedeutungen zusammen, die ich vorhin aufgeführt habe.
Wenn ich mich intensiv kümmere, wenn ich mit vollem Einsatz für etwas sorge, damit es auch klappt, dann ist die Grenze zum Sich-Sorgen-Machen sehr durchlässig.
Denn das ist ja in dem Bibeltext nicht gemeint: dass ich mich einfach um nichts und niemanden kümmere und ich einfach alles laufen lasse.
Wie wichtig richtige Vorsorge ist, das sehen wir auch in einer Geschichte aus dem Alten Testament:
Als Joseph aus den Träumen des Pharaos erkennt, dass Ägypten eine Hungersnot droht, ordnet er an, zu guten Zeiten Vorräte anzulegen für die kommenden mageren Jahre. Wäre kluge Vorsorge bei Gott nicht erlaubt, dann würde Joseph sicher nicht als „Mann Gottes“ beschrieben.
Es gilt also, gute Vorsorge von übertriebenem Sich-Sorgen-Machen zu unterscheiden!
Im 1. Petrusbrief heisst es: „All eure Sorge werft auf Gott, denn er sorgt für euch.“ Was bedeutet das?
Es gibt zwar Dinge, die uns Sorgen machen, aber es gibt auch einen Ort für unsere Sorgen: bei Gott. Ihm sollen wir unsere Sorgen anvertrauen im Vertrauen darauf, dass er uns versorgt.
Ähnlich wie Dietrich Bonhoeffer möchte ich es zum Abschluss so formulieren:
Wir dürfen aus unseren Sorgen Gebete werden lassen.

All eure Sorge werft auf Gott, denn er sorgt für euch. Bibel 1. Petrusbrief 5,7

Pfarrerin Silke Mattner

zurück