Monatsspruch Dezember 2017:

«Gott verzeiht uns, weil er uns so sehr liebt! Sein Licht wird uns die Richtung zeigen. Dieses Licht wird für alle Leute da sein, die im Dunklen leben, die Angst vor dem Tod haben, die vom Tod bedroht werden. Dieses Licht wird uns den Weg zeigen, wie wir Frieden finden können.»   Lukas 78-79

 


Weihnachten - unser Fest gegen die Resignation - Monatstext von Pfarrer Peter Raich

Die Reformatoren haben die grenzenlosen Liebe Gottes, die Faszination der Bibel und das Fundament des Glaubens zu neuem Leben erweckt. Ganz besonders jedoch haben sie auf die Gestalt hingewiesen, die uns Christen eine einmalige Brücke zur Wirklichkeit Gottes schlägt: Jesus Christus.

Ich erinnere mich an mein Erstaunen als Jugendlicher. An einem Osterfest – ich war vielleicht gerade 13 Jahre alt – habe ich zum ersten Mal begriffen, dass der Jesus, der da grausam am Kreuz hingerichtet worden war, derselbe Mensch war, dessen Geburt wir vier Monate zuvor gefeiert hatten. Von da an habe ich mich für diesen speziellen Menschen interessiert. Alles, was mir in die Finger kam, habe ich untersucht. Ich wollte wissen, warum wir im Glaubensbekenntnis unserer Kirche sagen: Wir glauben an Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn. Ich habe entdeckt, dass seine Botschaft vom Reich Gottes völlig quer lag zu dem, was Politiker und Wirtschaftsbosse zu seiner Zeit mit ausgefeilter Propaganda als Heil für alle verkündet und die Profite ausschliesslich in ihre eigene Tasche gestrichen hatten. Weit mehr als die Reformatoren hat Jesus mit seiner Botschaft das Denken revolutioniert und die Welt komplett verändert. Deshalb wurde er vor allem für die Oligarchen Israels zu einer ernstzunehmenden Gefahr.

Und heute? Ist Jesus heute tragfähig, ernst zu nehmen, hilfreich im Umgang mit unseren Weltproblemen: Hunger, Krieg, Flucht, Umweltzerstörung, Abstumpfung der Menschheit? Wir wissen nicht viel über sein Leben. Aber seine Botschaft ist so revolutionär, dass sie auch heute noch Mächtige stürzen und jeden Menschen aus Angst und Versklavung befreien kann. An Weihnachten feiern 2,3 Milliarden Christen den Geburtstag dieses einzigartigen Mannes. Er wurde wahrscheinlich zwischen 7 und 4 vor unserer Zeitrechnung geboren (die Magier, die dem Stern folgten und dem neuen Herrscher huldigen wollten, waren im Jahr 7 v. Chr. unterwegs). Herodes, der das Kind töten wollte, starb im Jahr 4 v. Chr. Die junge Familie musste nach Jesu Geburt als politisch Verfolgte in Ägypten um Asyl bitten. Nach dem Tod von König Herodes kehrte sie nach Nazareth zurück. Jesus bildete sich und wurde Lehrer und Arzt. Er heilte viele Kranke. Aber er gab auch Frauen und Männern ihre Würde zurück. Er öffnete ihnen Augen und Ohren. Und ganz besonders ihr Herz. Er konnte von der Wirklichkeit und Nähe Gottes zu uns Menschen nicht nur sprechen, sondern sie alle spüren lassen. Die Menschen begannen, die Phrasen der Herrschenden zu hinterfragen und sich gegen ihre Logik der zwanghaften Gewinnmaximierung und ausgefeilter Steuerhinterziehung aufzulehnen. Sie nahmen Jesus in einer Nacht-und- Nebelaktion gefangen, machten ihm einen kurzen Prozess und richteten ihn am Kreuz hin (etwa in den Jahren 30 oder 31 n. Chr.). Doch sein Geist, seine Botschaft, sein Glaube an Gerechtigkeit für alle, seine Liebe lebten weiter – in seinen Freundinnen und Freunden. Sie standen auf aus ihrer Resignation und begannen, sich für eine bessere Welt einzusetzen.

Als Freundinnen und Freunde dieses einmaligen, göttlichen Menschen erinnern wir uns Jahr für Jahr an seine Geschichte und sein Vermächtnis. Und so kann Weihnachten immer wieder neu ein Fest gegen die Resignation für uns sein.

Das wünsche ich allen Gemeindemitgliedern und ihren Angehörigen!

Pfarrer Peter Raich



«Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht; ich würde heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.» Martin Luther

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