Monatsspruch August 2018:

«Auf die Bibel hören  -  nach den Menschen frage»  

(Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn)

 

 


 

Sonntag, 19. August 2018, 9.30 Uhr, Kirche

Senioren-Gottesdienst, Pfarrer Peter Raich

Musik: Doris Engel, Orgel und der Veteranenchor

Nach dem Gottesdienst sind alle zu "Kaffee und Züpfe" in den Saal des Sternenzentrums eingeladen.



Monatstext für August 2018 von Pfarrer Peter Raich

Herzlich willkommen am Eidgenössichen Hornusserfest in Walkringen!

Vor wenigen Tagen endete in Russland die Fussballweltmeisterschaft.

Im August ist Walkringen Austragungsort des 38. Eidgenössischen Hornusserfestes.

Auf 32 Feldern werden sich rund 250 Mannschaften mit über 5500 aktiven Hornussern spannende Wettkämpfe liefern und den Eidgenössischen «Schlägerkönig» küren. In unserem kleinen Dorf wollen wir diese und zusätzlich rund 22 000 ZuschauerInnen herzlich willkommen heissen.

Während der Fussball in den vergangenen 50 Jahren in einen «Marktplatz» verwandelt wurde, bei dem teuer «eingekaufte » Spieler dafür sorgen sollen, möglichst viele Spiele zu gewinnen, um satte Siegprämien und zusätzliche Werbeverträge mit nach Hause nehmen zu können, ist Hornussen ein bodenständiger, bedächtiger Sport geblieben.

Wer das Spiel von weitem beobachtet, erkennt oft erst beim zweiten Hinsehen, dass wirklich gespielt wird. Die Mannschaft auf dem Feld, deren Ziel es ist, den Nouss mit ihren Schindeln «abzutun », wartet die meiste Zeit, in der so manche Gespräche stattfinden und Neuigkeiten ausgetauscht werden. Doch wenn der Hornuss abgeschlagen wird, heisst es höchst konzentriert den mit bis zu 180 km/h anfliegenden und 78 g schweren Kunststoffkörper zu erkennen und reaktionsschnell mit der Schindel zu verhindern, dass dieser den Boden berührt. Somit ist sowohl die Einzelleistung der Spieler gefragt als auch die mannschaftliche Geschlossenheit.

Die einfachen Regeln, die Struktur des Spiels und der minimale Kostenaufwand haben das Hornussen zu einem äusserst beliebten Spiel gemacht, bei dem Fairplay vollkommen im Zentrum steht. Es wird von allen Altersklassen und ohne bestimmte soziale oder gesellschaftliche Grundstruktur gespielt – und ist somit ein Spiel für alle. Ein Kampfspiel ohne direkten Körperkontakt, ohne direkte Aggressionen und trotzdem mit dem Ziel, den Wettkampf zu gewinnen.

Aus kirchlichen Dokumenten wissen wir, dass das Hornussen schon im 17. Jahrhundert beliebt war. Nicht zur Freude der Kirchenoberen, «weil die Hornusser ihrem Spiel während der Kinderlehre frönten». Schade, dass sportliche Aktivitäten immer in Konkurrenz und nicht als Ergänzung zum Kirchgemeindeleben verstanden wurden.

Im Spiel entdecken und entwickeln wir unsere individuellen Eigenschaften und Fähigkeiten und werden zu der in uns angelegten Persönlichkeit. Spielen setzt eigenes Denken voraus. Man könnte sogar sagen, dass der Mensch das Spiel als elementare Form der Sinn-Findung braucht. Nur dort gereicht es zum Schaden, wo der Mensch durch das Spiel ausgebeutet wird. Im Gegensatz zum Fussball kann dies beim Hornussen praktisch nicht passieren.

Deshalb gefällt mir diese Sportart, und ich freue mich, gemeinsam mit meiner Frau Judith im Festzelt mithelfen zu können.

Ein frohes Fest mit spannenden Spielen, vielfältigen Begegnungen und einem bunten, friedvollen Begleitprogramm wünschen wir allen Mannschaften und Zuschauerinnen.

Pfarrer Peter Raich



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