Monatsspruch September 2019:

«Sein Land sei vom Herrn gesegnet mit Köstlichem des Himmels, mit Tau, mit Grundwasser, das in der Tiefe lagert, mit Köstlichem aus den Erzeugnissen der Sonne, mit Köstlichem, was jeden Monat spiesst.»  

(Dtn 33,13f)

 

 


Monatstext für September 2019 von Pfarrer Peter Raich

Götterspeise und Teufelshörnchen

Für den 28. September, dem Tag der nationalen Klimademonstration, rufen die christlichen Organisationen der Klima-Allianz die Kirchgemeinden in der Schweiz auf, als Zeichen für die Dringlichkeit des Klimaschutzes ihre Kirchenuhr auf 5 vor 12 stellen und/oder um 14.30 Uhr die Kirchenglocken läuten lassen.

Was ist geschehen, dass heute solche Zeichen gesetzt werden müssen? Und: Müssten wir die Uhren nicht auf 5 nach 12 Uhr stellen, wenn wir den Umweltorganisationen glauben und auf unabhängige internationale Klimaforscher hören?

Es reicht nicht, den grossen Weltkonzernen ihre an Wahnsinn grenzenden Umweltsünden vorzurechnen. Wir alle müssen umdenken lernen, auf uns selbst schauen und unser Verhalten abkoppeln von den Vorgaben von Wirtschaft und Werbung. Wir sind in der Lage, herauszufinden, was wir wirklich brauchen und mit welchem Verhalten wir beitragen, dass es unserem Planeten wirklich schlecht geht. Dazu will uns die Schöpfungszeit verdaubare Impulse geben.

Weltweit wird im September die «SchöpfungsZeit» gefeiert. Mit dem Slogan «Götterspeise und Teufelshörnchen» sollen wir den Geschmackssinn thematisieren – im Rahmen einer mehrjährigen Reihe zu den fünf Sinnen.

Salzig, sauer, süss, bitter und würzig, sind die Eckpfeiler des Geschmackssinns, der in der Zunge beheimatet ist. Im Mund entscheiden wir, ob uns etwas schmeckt oder nicht, ob von einem Ereignis ein fader Nachgeschmack bleibt oder der Appetit auf Wiederholung sich regt. Über unser Essen erleben wir «Himmel und Hölle», wie die süsse Götterspeise oder das scharfe Teufelshörnchen zeigen. In der Bibel ist das Essen ein beherrschendes Thema. Schon im allerersten Kapitel wird eine – später wieder relativierte – Speisevorschrift festgehalten: Menschen wie Tiere sollen sich ausschliesslich von Pflanzen ernähren (Gen 1, 29/30). Die spirituelle Bedeutung des gemeinsamen Essens zeigt sich besonders nachdrücklich am letzten Abendmahl Jesu. Im Zentrum des christlichen Gottesdienstes steht seitdem – neben dem Hören auf das Wort Gottes – die symbolische Mahlgemeinschaft in der Erinnerung an die Selbsthingabe Jesu für die ganze Schöpfung.

In den Kirchen feiern wir Abendmahl und laden zum Kirchenkaffee, zum Apéro, zu Brot und Wein und zum Mitarbeiterznacht ein. Dadurch wird die Gemeinschaft gestärkt und der Bezug zu Gott und seiner Schöpfung gepflegt. In der SchöpfungsZeit 2019 können wir bewusst die Schöpfung schmecken und kosten, wie gütig Gott durch all seine Gaben ist (vgl. Ps 34, 9).

Das könnte uns helfen, unsere Verantwortung zu erkennen und unsere Erde vielleicht in letzter Sekunde doch noch zu retten.

Pfr. Peter Raich



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